Ammenmärchen des Monats Mai

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Stillmamis gegen Flaschenmamis

Gerade kursiert eine neue Kassensturz-Studie im Netz, welche besagt, dass industriell hergestellte Pulvermilch häufig zu viele krebserregende Schadstoffe enthält. Berichtet wird darüber unter anderem hier: http://m.srf.ch/news/schweiz/neue-schadstoffe-in-babymilch. Bedenklich finde ich neben dieser Tatsache den Weg, wie mit dieser Meldung umgegangen wird: Es kommt zum Kleinkrieg zwischen Still- und Flaschenmamis, wobei mir schon diese Kategorisierung Bauchweh macht...

 

Wir alle wollen das Beste für unser Baby. Wir wollen, dass es gesund ist, Liebe erfährt und ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt. Das eigene Kind steht auf Platz Nummer eins und wir würden alles dafür geben, dass es ihm gut geht. Wenn das jetzt irgendjemand hinterfragt, dann hinterlässt das bei uns vor allem nur eines: tiefe Wunden. Unser Baby ist unser Herzensprojekt. Unser Baby ist unser Leben. Wenn du sagst, dass ich etwas nicht richtig mache, dann tut mir das einfach nur weh...

 

Doch anstatt dies so zu kommunizieren, verbarrikadieren wir uns hinter Mauern und versuchen auf andere zu schiessen. Wir bilden Fronten. Es gibt die liebe Front und die böse Front und dazwischen liegt der Graben. Anstatt einfach nur offen dazustehen und zu sagen: Ich bin Mami mit ganzem Herzen und ich tue alles in meiner Macht stehende, damit ich eine gute Mami bin. Und doch bin ich nicht perfekt. Es gab und gibt Hürden, die ich nicht meistern konnte. Es gibt Themen, bei denen ich selber merke, dass ich sie nicht ideal löse. Aber ich bin eben Mami. Also ein Mensch und keine Maschine. Und das ist auch gut so!

 

Es gibt nur wenige Mamis, die von Anfang an sagen, dass sie auf keinen Fall stillen wollen. Und die, die es gibt, haben auch ihre Gründe dafür. Entweder erzählen sie uns davon oder nicht – es ist ihre Geschichte.

 

Der viel grössere Teil von uns Mamis möchte stillen, weiss aber gar nicht, wie das genau geht. Woher auch? Als ich mein erstes Kind zur Welt brachte, hatte ich zuvor noch nie einer anderen Frau bewusst beim Stillen zugesehen! Ich hatte keine Ahnung, wie das funktioniert und vorbereitet wurde ich darauf auch nicht! Da war nichts mit Intuition – ich brauchte die Hilfe von Pflegefachfrauen und Hebammen!

 

Früher war stillen selbstverständlich. Man lebte in Grossfamilien zusammen, sah andere Kinder aufwachsen, sah andere Frauen zu Müttern werden und konnte so Schritt für Schritt lernen, was es bedeutet für ein Kind zu sorgen. Heutzutage werden wir aus dem Nichts ins Mama-Sein katapultiert. Ohne Vorbereitung, mit viel zu wenig Unterstützung und vielen veralteten Ratschlägen.

 

Ich lese und höre von so vielen Frauen, die von sich sagen, dass sie nicht stillen konnten. Sie sagen das nicht stolz, sondern traurig. Und gleichzeitig weiss ich, dass aus medizinischen Gründen gerade mal 2% aller Frauen nicht in der Lage sind, ihr Kind mit Muttermilch zu versorgen. Irgendwas läuft also gründlich falsch.

 

Wir Mamis werden schlicht und einfach zu wenig unterstützt und zu schlecht beraten. Bei mir sass im Krankenhaus nach der Geburt niemand an meiner Seite, der mich mit viel Zeit und Geduld ans Stillen heranführte! Mir sagte niemand, dass stillen an manchen Tagen zur Hauptbeschäftigung werden wird! Mir sagte niemand, dass ich nie genug Milch haben werde, wenn ich mein Kind nach einem klaren Zeitrhythmus stille! Mir sagte niemand, dass es normal ist, wenn ein Baby abends stundenlang an meiner Brust saugt – und dass das nicht daran liegt, dass es von meiner Milch nicht satt wird, sondern dass es dabei einfach die natürliche Milchproduktion anregt, die sich bei wachsendem Gewicht des Kindes ja auch irgendwie erhöhen muss! Mir sagte niemand, dass ein Kind nach 6 Monaten immer noch gestillt werden sollte!

 

Mein Wissen zum Thema Stillen war nicht einmal ein Halbwissen – es war in meiner frischen Rolle als Mami praktisch gar nicht vorhanden. Und wenn man nicht informiert ist, dann ist man unsicher und folgt dem, was andere raten. Wenn man Glück hat, geht das in die richtige Richtung und man erfährt die Unterstützung, die jede Mutter in ihrer neuen Rolle so dringend braucht. Und wenn man kein Glück hat, dann verpasst man etwas, was weh tut. So richtig, vor allem wenn das Thema immer wieder aufgeworfen wird.

 

Was kann ich euch Müttern, die an den Fronten stehen oder nur verwundert zuschauen, jetzt raten? Denkt daran, dass nur ein verschwindend kleiner Teil von uns so unterstützt wird, wie wir das eigentlich bräuchten. Denkt daran, dass uns häufig viele Informationen fehlen, aber wir gerade im Wochenbett keinerlei Zeit und Kraft haben, um uns diese zu organisieren. Denkt daran, dass jede Mutter das tut, was sie kann und ihr Bestes gibt. Und denkt vor allem daran, dass wir die Situation nur verbessern können, wenn wir uns als Mamis besser unterstützen, beraten und untereinander die Barrikaden einreissen – denn von denen gibt es auf dieser Welt eindeutig schon genug.

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10 Tipps für entspanntes Windelfrei!

1. Windelfrei ist kein Leistungssport!

Bleib entspannt und sehe Windelfrei nicht als Prüfung, bei der du und dein Baby bestehen müsst! Windelfrei ist ein Experiment, das Spass machen soll – du musst dabei niemandem etwas beweisen!

 

2. Lächeln, Wischen, Waschen!

Es ist etwas daneben gegangen? Bleib locker und sieh es mit Humor! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und kleine Pannen gehören dazu. Lache über den Unfall, putze die Pfütze weg und wasche alles, was nass geworden ist.

 

3. Sorge für die richtige Ausstattung!

Für Windelfrei brauchst du eigentlich nichts anderes als ein Baby, Neugierde und Humor. Aber es gibt Hilfsmittel, die dir das Leben angenehmer machen können. Schaue, was für euch am besten passt und organisiere dich so, dass du gerne an Windelfrei denkst!

 

4. Erlaube euch Pausen!

Jeder braucht mal eine Pause und so kann es auch sein, dass dein Kind mal keine Lust auf Windelfrei hat. Oder dass du selber mal einfach nicht mehr dazu kommst. Kein Problem! Leg eine kleine Pause ein und wickle dein Kind mit normalen Windeln! Du wirst merken, dass das dein Kind vermutlich gar nicht stört und dass du danach wieder mit neuer Energie positiv ins Abenteuer Windelfrei starten kannst!

 

5. Sorge für Erfolgserlebnisse!

Mach es dir selber nicht zu kompliziert! Du siehst bei deinem Baby einfach keine Signale? Dann halte es in klassischen Standartsituationen ab! Beginne am besten morgens nach dem Aufwachen – da muss praktisch jeder!

 

6. Suche Kontakt zu anderen Windelfrei-Eltern!

Genauso wie sich andere über verschiedene Windelmarken austauschen (und am Schluss merken, dass alle irgendwann auslaufen...), tut es auch dir gut mit anderen über deine Erfahrungen und Fragen zu sprechen! Suche andere Windelfrei-Eltern und tausche dich aus!

 

7. Verabschiede dich für die Babyzeit von Designermöbeln!

Ja, es kann mal etwas daneben gehen. Das ist mit Kindern so und das ist auch nicht schlimm! Babys und Kleinkinder gehen nur schwer mit Designermöbeln und schönen Teppichen zusammen. Bevor du dich aufregst: Sorge für eine kinderfreundliche Umgebung! Und denke daran: Die Zeit in der sie klein sind, vergeht viel zu schnell...

 

8. Mache die Toilette attraktiv!

Windelfrei-Kinder verbringen viel Zeit auf der Toilette und haben damit anderen Kindern etwas voraus. Achte darum darauf, dass sich dein Kind auf der Toilette wohlfühlt! Spielzeug, das griffbereit liegt, ein Buch in dem geblättert werden darf oder ein Spiegel innen auf dem WC-Deckel – so macht das Töpfchen Spass!

 

9. Geniesse mit Windelfrei die Natur!

Windelfrei unterwegs? Auch das ist möglich! Geniesse den sommerlichen Garten und lasse dein Kind unten ohne durchs Gras rennen, lernt gemeinsam, wie man im Wald an oder unter einen Baum pinkelt und traue deinem Kind zu, dass es auch unterwegs das kann, was zu Hause funktioniert! Und wenn nicht, dann kannst du immer noch eine schöne Stoffwindel als Back-Up benutzen und alle Sorgen sind vergessen!

 

10. Denke daran, dass auch mit Windeln vieles nicht rund läuft!

Viele Windelfrei-Eltern haben das Gefühl, dass es bei ihnen immer rund laufen muss – schliesslich müssen wir uns ja oft mit neugierigen und skeptischen Fragen auseinandersetzen. Vergesst hierbei eines auf keinen Fall: Auch mit Wegwerfwindeln klappt nicht immer alles super! Sagen euch die Stichworte „ausgelaufene Windel“, „voller Rücken“ und „er will sich nicht wickeln lassen, obwohl er fürchterlich stinkt und sicherlich rot wird“ etwas? Eben...

 

Ach ja, da fällt mir spontan noch Tipp Nummer 11 ein - natürlich der wertvollste von allen: 

 

Melde dich bei mir für einen Windelfrei-Workshop, eine Windelfrei-Beratung oder eine Windelfrei-Party an! Dann werden bestimmt all deine Fragen beantwortet! :-)

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Windelfrei – brauch ich das?

Windelfrei... Irgendwie scheint das ja mal wieder eines dieser Trendwörter zu sein, die zu unserer Schnelllebigkeit dazugehören – und genauso schnell wieder verschwinden. Gehört das nicht in die gleiche Schublade wie „Veganismus“, „Burn Out“ und „Entschleunigung“? Brauchen wir das wirklich? Ging es nicht auch ohne?

 

 

Erstens ist Windelfrei keine neue Erfindung und zweitens hat es (übrigens wie die anderen Begriffe auch) eine überzeugende Daseinsberechtigung! Hier meine Top 5 der Gründe, weshalb man sich mit dem Thema Windelfrei auseinandersetzen sollte:

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