Die bekommt ihr nie mehr aus dem Bett...

Als ich vor über drei Jahren mit meinem Sohn Maël schwanger war, standen wir schon kurze Zeit nach dem positiven Schwangerschaftstest im Babyfachgeschäft & haben ihm das schönste (und wahrscheinlich teuerste) Bettchen gekauft, das wir finden konnten... Er sollte schliesslich wie auf Wolken schlafen. Und wo geht das besser als im altbekannten Gitterbett: höhenverstellbar, mit herausnehmbaren Stäben und der Option eine oder zwei Seiten ganz wegzulassen – ein Traum!

 

Zum Glück sind wir irgendwann in unserer Einkaufsrausch-Odyssee an einen Verkäufer geraten, der uns den wunderbaren Tipp gab, dass es doch viel einfacher sei, das Kind im Babybay neben dem eigenen Bett zu platzieren – so fühlt es sich geborgen und auch das Stillen sei viel unkomplizierter... Dieser Verkäufer war ein wahrer Glückstreffer (oder wollte er uns nur zusätzlich zum Gitterbettchen das Babybay andrehen? Egal...)!

 

Maël kam mit einem Notkaiserschnitt zur Welt. Nach den Stunden im Operationssaal und dem Gebärzimmer wurden wir auf unser Zimmer in der Wochenbettstation verlegt. Ich im normalen Krankenbett, er im Gitterbettchen neben mir. Mir und ihm ging es gut – aber da mir die Narbe in den ersten Tagen so weh tat, dass ich mich kaum bewegen konnte, konnte ich ihn nicht einmal alleine aus seinem Bettchen holen und zu mir nehmen. So schaute ich ihn durch die Gitterstäbe an und nach 10 Monaten absoluter Verbundenheit kam es mir vor, als würde ein ganzer Ozean neben mir liegen...

 

Daheim ging’s somit sofort ab ins Elternbett. Das Babybay war praktisch – die ideale Ablagefläche für Bücher, Mullwindeln, Stilleinlagen und Co.! Mein Krümelchen aber lag am einzig richtigen Platz: Direkt neben mir, an mich gekuschelt und von meinen Beinen und Armen sanft umschlossen. Und wenn der kleine Hunger kam, dann konnte sofort unkompliziert angedockt werden – wie sehr ich das in Nächten schätzte, die ich wohl ansonsten als „unruhig“ oder „anstrengend“ bezeichnet hätte! Ich kann mich noch an viele Morgen erinnern, wo meine Frau mich fragte, wie oft ich zum Stillen hätte aufwachen müssen. Meist wusste ich das nicht, denn ich wachte gar nicht richtig auf. Maël begann im Schlaf die lebenswichtige und beruhigende Nahrungsquelle zu suchen, ich reagierte im Halbschlaf und da wir beide problemlos im Liegen stillen konnten, wurde uns keine Sekunde der wertvollen Erholung geraubt. Einfach himmlisch!

 

Heute ist Maël zweieinhalb Jahre alt. Nacht für Nacht schläft er an meiner Seite. In der Zwischenzeit im 2.40m breiten Familienbett. Daneben sein Schwesterchen, das mich jeden Morgen nach dem Aufwachen anstrahlt, womit für mich die strahlende Sonne aufgeht – auch wenn es draussen stürmt und hagelt.

 

In meinen Kindern schöpfe ich nachts Kraft. Sie geben mir Liebe, Wärme und Geborgenheit. Und ich bin mir sicher, dass auch ihnen die gemeinsamen Nächte Sicherheit und einen perfekten Grundpfeiler für ihr weiteres Lebensgerüst bedeuten. Es ist schön zu erleben, wie sie den Schlaf und das Zubettgehen als etwas Schönes betrachten! Es tut gut, nachts ihrem Atem zu lauschen! Ich wache gerne auf, wenn sie nachts unruhig durch einen bösen Traum geweckt werden! Und ich bin zuversichtlich, dass sie mit all diesem Rüstzeug irgendwann in ihr eigenes Zimmer ziehen werden. In ein Bett, in dem sie gerne schlafen, das nicht als Drohung oder Strafe verstanden wird und in dem sie wissen, dass Mami und Mamma gleich nebenan sind und jederzeit ein Plätzchen für sie frei haben...

 

Das Gitterbett von damals haben wir übrigens immer noch. Es steht im Spielzimmer. Bisher haben unsere Kinder noch keine einzige Nacht darin verbracht, doch ich bin trotzdem froh, dass wir es haben. Ich sitze nämlich gerade drauf, um diesen Text zu schreiben. Und ich muss schon sagen, als Sofa im Spielzimmer ist es einfach perfekt!

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